Mehrere Milliarden Menschen nutzen regelmäßig das Internet und mit jedem Tag werden es mehr. Das ist verständlich, denn Onlineshops, soziale Kanäle, Streaming-Dienste und viele weitere Angebote sind zu einem unersetzlichen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Doch so praktisch das Internet auch sein mag – es birgt nicht zu unterschätzende Risiken. Im Folgenden möchten wir einige der größten erläutern und zeigen, wie sie sich erkennen lassen.
Phishing
Phishing gehört unumstritten zu den größten Gefahren im Internet, denn jeden Tag werden Millionen betrügerische Nachrichten an die unterschiedlichsten E-Mail-Adressen versandt. Nur ein geringer Anteil dieser Betrugsversuche hat tatsächlich Erfolg, aber auf die Gesamtmenge hochgerechnet ergeben sich täglich beachtliche Schadensfälle. Wie schlimm die Konsequenzen einer Phishing-Attacke sind, hängt ganz von dem jeweiligen Angriffsszenario ab. Manchmal werden Opfer zur Eingabe von sensiblen Daten aufgefordert, die direkt missbraucht oder im Darknet verkauft werden. Ein weiteres Risiko besteht durch Links, die automatisch Malware auf dem Gerät installieren. Während früher Grammatik- und Rechtschreibfehler ein gutes Indiz für Phishing waren, müssen wir mittlerweile – aufgrund des zunehmenden Einsatzes von KI-Systemen – auf andere Hinweise wie ungewöhnliche Absender oder auffällig dringliche Forderungen achten.
Malware
Im Gegensatz zu Phishing können wir Malware schlecht mit bloßem Auge erkennen. Doch das müssen wir auch nicht, denn Schadprogramme werden von den meisten Antivirenprogrammen automatisch erkannt. Vorausgesetzt, dass wir es nicht mit neuen Varianten zu tun haben, für die es noch keine Signaturen gibt. Es reicht also fast immer aus, entsprechende Programme aktuell zu halten. Trotzdem sollten wir immer vorsichtig sein. Downloads aus unbekannten Quellen stellen etwa ein großes Risiko dar. Dasselbe gilt für App-Berechtigungen, die uns dubios erscheinen. Solche Berechtigungen gehören zu den wenigen Einfallstoren, die Cyberkriminelle bei Smartphones ausnutzen können.
Identitätsdiebstahl
Nur die wenigsten von uns machen sich beim Surfen Sorgen darum, dass die eigene Identität gestohlen werden könnte. Dabei stellt dies ein großes Risiko dar, das im schlimmsten Fall unser komplettes Leben auf den Kopf stellt. Opfer von Identitätsdiebstahl müssen fürchten, dass in ihrem Namen Verträge abgeschlossen oder Zahlungen durchgeführt werden, was schwere Konsequenzen nach sich ziehen kann. Im Internet sollten wir daher immer gut überlegen, wann und welche Daten wir preisgeben. Das gilt gerade bei sensiblen Aktivitäten wie Live-Wetten mit Kryptowährungen. Bei Buchmachern und Online Casinos ist es ganz normal, dass wir mit der Zeit persönliche Daten preisgeben müssen, um uns eindeutig zu verifizieren. Eine Kopie von unserem Personalausweis oder Reisepass ist also per se nichts Ungewöhnliches oder Schlimmes. Kritisch wird es nur dann, wenn es sich um einen unseriösen Anbieter handelt, der diese Daten an Kriminelle weitergibt oder sie gar selbst missbraucht. Es ist daher ein Muss, zu prüfen, ob es sich um ein vertrauenswürdiges Angebot handelt. Rezensionen anderer Nutzer können hierbei helfen.
Desinformation
Im Internet wimmelt es nur so von Falschinformationen, die uns dazu verleiten können, Dinge zu glauben, die schlichtweg nicht der Realität entsprechen. Solche Fake News sind potenziell gefährlich, da sie schnell gesellschaftliche Konflikte verschärfen. Umso wichtiger, dass wir uns nicht von Desinformation täuschen lassen. Dafür reicht es bereits aus, die Quellen von Beiträgen zu prüfen, deren Kontext kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls eine Rückwärtsbildersuche zu tätigen. Nur bei KI-generierten Inhalten wird es schnell kritisch. Hier braucht es zusätzlich ein geschultes Auge, um authentische Inhalte von manipulierten zu unterscheiden.
Betrug
Streng genommen ist auch Phishing eine Art von Betrug, der Begriff Scamming bezieht sich jedoch häufig auf andere Techniken wie beispielsweise Liebesbetrug. Was alle Arten von Scams gemeinsam haben, ist, dass sie es gezielt auf menschliche Emotionen abgesehen haben. Nicht alle Scams lassen sich automatisch als solche identifizieren, aber ein gesundes Maß an Skepsis kann dem Schlimmsten in fast allen Fällen vorbeugen. Täter agieren etwa besonders manipulativ und zwar in einem Maße, dass bei genauem Hinschauen schnell Unstimmigkeiten deutlich werden.
Stalking
Im Internet gestalkt zu werden, ist nicht automatisch weniger schlimm, als auf der Straße verfolgt zu werden. Mit der Zeit kann sich die permanente Bedrohung im Netz zu einer immensen Belastung entwickeln. Ist es bereits so weit, helfen oft nur noch rechtliche Schritte, um das Problem einzudämmen. Das Gute ist, dass es theoretisch nicht dazu kommen muss. Gerade in der Anfangsphase lassen sich viele Situationen durch konsequentes Abblocken verhindern. Wir müssen nur aufpassen, mit wem wir kommunizieren und ob wir persönliche Daten leichtfertig weitergeben.
Fakeshops
Mittlerweile gibt es so viele Onlineshops, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Das sollte aber besser nicht passieren, da nicht jeder Shop im Internet seriös ist. Es gibt viele Fakeshops, die mit besonders guten Preisen locken und ihre Kunden am Ende abzocken. Um einem solchen Shop nicht zum Opfer zu fallen, reicht oft ein kurzer Blick auf das Impressum aus. Zudem sollten wir immer einen Blick auf die Bewertungen von anderen Kunden werfen, spezielle Seiten zur Überprüfung nutzen und bei auffällig guten Preisen skeptisch werden.

