Die Stadt Köln will die Steuerung ihrer Bauinvestitionen neu ordnen und legt dafür ein mehrjähriges Investitionsprogramm sowie einen jährlichen Investitionskorridor vor. Ziel ist es, die Finanzierung großer Bauvorhaben im Kernhaushalt zu begrenzen, langfristig tragfähiger zu machen und für mehr Transparenz und Planungssicherheit zu sorgen. Der Rat soll am 12. Mai 2026 über die Einführung entscheiden.
Regeln und Umfang des Investitionskorridors
Ab dem Haushaltsjahr 2027 soll dem Vorschlag zufolge ein Rahmen von insgesamt 350 Millionen Euro pro Jahr für Bauprojekte gelten, die unmittelbar aus dem städtischen Kernhaushalt finanziert werden. Ab 2028 ist eine dynamische Anpassung an die Entwicklung der städtischen Erträge vorgesehen. Ausgenommen bleiben Investitionen von städtischen Beteiligungsgesellschaften und eigenbetriebsähnlichen Einrichtungen wie der Gebäudewirtschaft.
Zusätzlich sieht das Konzept eine jährliche Reserve von 50 Millionen Euro vor. Diese Reserve soll für unvorhersehbare, aber zwingend notwendige Maßnahmen genutzt werden, zum Beispiel zur Gefahrenabwehr oder zur Sicherstellung der Betriebssicherheit.
Priorisierung und Pilotphase
Alle größeren Bauvorhaben sollen künftig vor Aufnahme in das Investitionsprogramm einen eng strukturierten Priorisierungsprozess durchlaufen. Damit will die Verwaltung unnötige Planungskosten vermeiden und knappe finanzielle und personelle Kapazitäten auf priorisierte Projekte konzentrieren. Gleichzeitig soll so ein genereller Investitionsstopp verhindert werden, wie er in Folge angespannter Haushalte in anderen Kommunen diskutiert wird.
Der neue Planungs und Priorisierungsprozess wurde seit Mitte des vergangenen Jahres unter Einbindung des Beratungsunternehmens Partnerschaft Deutschland erarbeitet. Er soll als Pilot im Rahmen der aktuellen Aufstellung des Doppelhaushalts 2027/2028 einem Praxistest unterzogen werden.
Hintergrund: Umfang der geplanten Bauvorhaben und Entscheidungsverfahren
Hinter der Neuausrichtung steht ein stark gestiegener Investitionsbedarf. In den kommenden Jahren plant die Stadt Bauprojekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als sieben Milliarden Euro. Um diese Vorhaben finanzierbar zu halten, sollen sie frühzeitig aus einer gesamtstädtischen Perspektive priorisiert und in ein verbindliches Investitionsprogramm überführt werden.
Weitere Informationen sind in der Verwaltungsvorlage im Ratsinformationssystem der Stadt Köln abrufbar unter dem Eintrag SessionNet Weiterentwicklung BIC, Investitionskorridor und Priorisierungsmatrix. Der Rat trifft die Entscheidung über die Einführung des Korridors in seiner Sitzung am 12. Mai 2026.
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