Anhaltende Wärme und anhaltende Trockenheit setzen das Stadtgrün in Mülheim an der Ruhr unter Druck. Die Klimaveränderungen führen dazu, dass vereinzelte Schauer in der Regel nicht ausreichen, um die oberen Bodenschichten nachhaltig zu durchfeuchten. Vor allem neu gepflanzte Bäume sind deshalb auf zusätzliche Wassergaben angewiesen.
Warum junge Bäume besonders betroffen sind
Im Unterschied zu älteren Exemplaren besitzen Jungbäume noch kein tiefreichendes Wurzelsystem. Ihre wasseraufnehmenden Feinwurzeln liegen vor allem in der unmittelbaren Umgebung des Stamms. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben nach Angaben der Stadt gezeigt, dass die in Pflanzverträgen geregelte Bewässerung in den ersten drei Standjahren häufig nicht ausreicht, um die Bäume dauerhaft am Standort zu etablieren. Die Stadt hat deshalb beschlossen, die Bewässerung neu gepflanzter Bäume bis zum fünften Standjahr fortzuführen.
Konkrete Hinweise für Anwohner
Die Verwaltung bittet die Bevölkerung um Unterstützung. Einmal wöchentlich sollte die Baumscheibe, also die offene Erdfläche rund um den Stamm, mit etwa 100 Litern Wasser langsam und gleichmäßig gewässert werden. Bei anhaltender Hitze oder stark ausgetrockneten Böden können weitere Gaben nötig sein. Wasser sollte aus geringer Höhe aufgegossen werden, damit es allmählich in den Boden einsickern kann. Ist die Oberfläche bereits sehr ausgetrocknet, empfiehlt sich zunächst eine Vorbewässerung mit kleineren Mengen, bevor nachgegossen wird. Das Aufgraben der Baumscheibe ist nicht ratsam, da empfindliche Feinwurzeln beschädigt werden können.
Wasserbedarf älterer Bäume und praktische Erkennung
Bei älteren Bäumen liegt ein großer Teil der Feinwurzeln außerhalb der kleinen Baumscheibe. Dort ist die Infiltrationsfähigkeit des Bodens oft eingeschränkt, sodass oberflächliches Gießen nicht zwingend tiefere Bodenschichten erreicht. Junge Bäume hingegen reagieren bereits auf vergleichsweise geringe Wassermengen in der Baumscheibe. Neu gepflanzte Exemplare lassen sich in der Regel an einer Holzverankerung, einem schützenden Weißanstrich oder einem Kunststoffgießring erkennen.
Weitere städtische Angebote
Die Stadt weist darauf hin, dass Bürgerinnen und Bürger die Pflege einer Baumscheibe dauerhaft übernehmen können. Dafür besteht die Möglichkeit, einen Pflegevertrag mit dem zuständigen Amt abzuschließen. Die Stadt nennt das verstärkte Engagement für junge Bäume einen Beitrag, um die Widerstandsfähigkeit des städtischen Grüns gegenüber den Folgen des Klimawandels zu erhöhen.
Die Verwaltungen vor Ort appellieren an die Eigeninitiative der Anwohner. Jede zusätzliche Wassergabe kann laut Stadt einen spürbaren Beitrag zum Anwachsen und zur Entwicklung der Bäume leisten.
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